Im aktuellen politik-digital-Dossier “Kommunen im Netz” gibt es einen Artikel von mir “Wenn Bürgermeister bloggen“.
Da der Artikel einen gewissen Umfang nicht überschreiten durfte, gibt es hier den Absatz, der leider nicht mitveröffentlicht werden konnte:
…„Bis wir diese Kommunikationsplattformen zu einer richtigen E-Democracy entwickeln, wird jedoch noch viel Wasser die Regnitz hinunterfließen“…
Ein Bürgermeisterblog bringt Transparenz
Welchen Nutzen bringt ein Bürgermeisterblog? Die Bürger verlangen transparentes Verwaltungshandeln. Zahlreiche Beispiele aus der Verwaltungspraxis zeigen, welche Folgen nichttransparente Entscheidungen haben können. In einer seit März 2007 andauernden und heute noch aktuellen Diskussion in der Gemeinde Orsingen im Landkreis Konstanz geht es beispielsweise um ein Planungsvorhaben der Gemeinde, einen Freizeitpark mit Camping-Ressort anzusiedeln. Die Bürger fühlen sich zu spät und schlecht informiert. Durch eine transparente Informationspolitik hätten entstandene Missstände eventuell verhindert werden können. Für Bürger ist es wichtig zu wissen, wer das Gesicht, der „Motor“, der Gemeinde ist. Durch einen authentischen Bürgermeisterblog wird dem Bürger als Wähler erst deutlich, ob der von ihm gewählte Bürgermeister auch tatsächlich der ist, für den man ihm im Wahlkampf gehalten hat.
…Bürgermeister vernachlässigen die Blogosphäre
Warum gibt es so wenig Bürgermeisterblogs und…
6 responses bisher ↓
1 Stephan A. aus B. // Sep 27, 2007 at 22:04
Neuseeland: Basisdemokratie per Wiki…
Neuseeland ist ein tolles Stück Erde: die Landschaft, der Sonnenbrandfaktor dank Ozonloch, der Dialekt… alles sehr eigen.
Jetzt kommt etwas noch Eigeneres dazu: das Neuseeländische Polizeigesetz wird in einem Wiki quasi basisdemokratis…
2 Helge // Nov 4, 2007 at 15:29
Hallo Thorsten,
ich weiß nicht, ob Du in der Kommunalpolitik tätig bist. Aber eines ist klar, es ist nur im Interesse des Bürgers, ein BürgermeisterBlog oder eine BürgerCommunity zu installieren.
Den Regierenden selber kann es im Zweifel nur schaden.
Sie sind plötzlich offen angreifbar und müssen evtl. kritische Fragen beantworten, die unbequem und für sie schwierig zu beantworten sind.
Man wird auch seitens der regierenden Fraktion das Argumet bekommen, dass daran kein Bedarf bestehe, man bereits reg. Medien und einen städt. Internetauftritt besitze, der ausreichend ist. Und über die Kosten für den Haushalt wollen wir mal gar nicht sprechen.
Die einzige Möglichkeit für größere Regionen ist, ein solches Projekt privatwirtschaftlich aufzuziehen und zu betreiben.
WordPress scheint mir da eine geeignete OSS Software zu sein, obwohl der CommunityBereich nicht ausreichend ist. Auch das Backend könnte für ungeübte Citizen Reporter einfacher gestrickt sein.
3 Thorsten Koch // Nov 5, 2007 at 16:53
Hallo Helge,
interessante Argumente. Ich bin nicht in der Kommunalpolitik tätig, aber sehr an der öffentlichen Verwaltung interessiert.
Um mal bei den Kosten anzufangen: Welche Kosten entstehen denn im Haushalt? Darüber kann man ruhig mal sprechen

Du schreibst, dass kritische Fragen kommen werden. Das ist auch gewollt. Es gibt wenig Möglichkeiten für Bürger, inhaltliche Fragen an ihre Kommunalpolitiker zu stellen. Warum sollte man Ihnen nicht die Möglichkeit dazu geben? Ein Bürgermeister, der sich ein halbes Jahr Zeit für einen oberflächlichen Wahlkampf nimmt, kann sich doch auch die Zeit im Alltag nehmen, um inhaltliche Fragen zu beantworten. Vor allem sind die Bürger diejenigen, für die der Bürgermeister und noch viel mehr die Kommunalpolitiker sich engagieren sollten. Es ist nur leider vielerorts so, dass Bürger als Belastung empfunden werden. Politik um der Politik Willen ist jedoch ein Hamsterrad, das sich zwar dreht, aber keinen Strom erzeugt. < – nette Metapher, oder?
Es würde mich freuen, hier weiter diskutieren zu können.
Schon mal danke für dein Engagement, Helge.
Was verstehst du eigentlich unter “Community-Bereich”?
Viele Grüße
Thorsten
4 api.metasynapse.de » Leben, Alltag und Sorgen der Wähler - für Poliker ein unbekanntes Land? // Nov 12, 2007 at 01:04
[...] scheint erkannt. Wachsende Fremdheit Hamburg könnte mit dem vielbeschworenden StellDichEin im Bürgermeisterblog die “wachsende Fremdheit zwischen Politikern und Bürgern” [...]
5 Helge // Nov 18, 2007 at 16:20
Ja, die Metapher ist Klasse ;o)
Hätte, wäre, wenn bringt hier nichts, lieber Thorsten.
Ich kenne keinen Bürgermeister, der sich freiwillig mehr der Gefahr von Kritik aussetzt, als nötig. Die meisten von denen sind nun mal keine Masochisten. Sie wollen sich nicht mehr schelten lassen, als sie es eh schon bekommen. Solche Plattformen sind i.d.R. dafür da um Kritik zu äußern und Missstände anzuprangern, aber auch um Möglichkeiten der Verbesserung zu äußern.
Die Kosten für eine solche Plattform würde die 10.000€ wohl nicht übersteigen, allerdings muss von Seiten der Stadt erstmal der Wille da sein, sich zu öffnen und sich dem Bürger zu stellen. Stichwort Web 2.0 - die Einstellung haben Beteiligungen zuzulassen.
Ein CommunityBereich soll ein kleines Profil darstellen, in dem man sich kurz vorstellen kann und eine interne Kommunikation bietet. Ein kleines virtuelles Natzwerk halt.
Viel wichtiger als die eigentliche Plattform, die auch BürgerJournalismus mit einbeziehen muss, ist das Marketing.
Du kennst sicher auch hunderte Bürgerforen, die vor sich hindümpeln, weil sie schlecht gemacht, kaum gepflegt und eben nicht beworben werden.
Kennt Ihr gute BürgerPlattformen in Deutschland?
Also wo Bürger Ihren “user generated content” einstellen und darüber diskutieren können. Vielleicht auch regionale Verbesserungsvorschläge einreichen können. Kurzum, wo man gemeinsam daran abbeitet, seine Stadt etwas besser zu machen und mitzugestalten.
Gruß
Helge
6 Verwaltung.modern@Kehl // Nov 28, 2007 at 19:27
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