Ein dramatischer und zum Nachdenken anregender Film: “Vier Minuten” von Chris Kraus. Die herausragenden Schauspieler: Monica Bleibtreu, Hannah Herzsprung, Jasmin Tabatabai und Sven Pippig.
[youtube Ej24OZE8ivE]
Aggression und Musik, wie hängen diese beiden Sphären zusammen? Ob Eminem, Sido oder wie sie alle heißen oder Schumann, Mozart, Beethoven oder Musiker wie du und ich, Gefangene im Strafvollzug mit unglaublichen musikalischen Talenten… alle nutzen die Musik als Ventil: für Aggressionen? Nein, für Gefühle aller Art: Liebe, Trauer, Wut, Zuneigung, Fröhlichkeit, …
Dieser Film spannt einen riesigen Bogen vom Leben einer vergreisten Frau, die 1923 geboren wurde und im 2. Weltkrieg die schlimmste aber zugleich auch schönste Zeit ihres Lebens mitmacht, hin zu einer 20-jährigen Mörderin, die in der JVA Kälte und Gewalt versprüht, aber eine Musikalität besitzt, wie man es auf der Welt kein zweites Mal findet. Die Musik ist ihr einziges Ventil, um ihre Vergangenheit, ihre Gefühle und den mitleiderregenden Hass ihrer Mitinsassinnen zu verarbeiten.
Monica Bleibtreu spielt eine Klavierlehrerin, die sich für die musikalischen Gefangenen einsetzt. Sie finanziert mit Spenden eines Gefängniswärters einen Flügel. Der egozentrische Gefängnisdirektor gewährt ihr vier Schüler, darunter anfangs der Gefängniswärter, zwei untalentierte Sträflinge und die 20-jährige Jenny.
Für mich war der Grund, in diesen Film im Freiburger Friedrichsbau-Kino zu gehen, eine Kritik, die aushing. Darin hieß es in einem Nebensatz: “ihr Leben wird über den gesamten Film nach und nach aufgedeckt”. Ich dachte, es handele sich um das Leben der Gefangenen Jenny, aber ich sollte irren, denn es handelte sich um das Leben der vergreisten Frau Krüger, der Klavierlehrerin.
Auf der einen Seite gibt es bedrückende Gefängnis- und Gewaltsszenen (Gegenwart) und auf der anderen Seite das Leben von Frau Krüger im 2. Weltkrieg.
Eine unfassbar ergreifende Geschichte mit hervorragenden musikalischen Elementen bis hin zu einer eigens für diesen Film arrangierten Schumann-Variation, die beim Wettbewerb “Jugend musiziert” von Jenny vorgetragen wird.
Sehr zu empfehlen!! Also, alternative Kinos abklappern und “Vier Minuten” ansehen.
0 responses bisher ↓
Bisher gibt es noch keine Kommentare...Bring die Sache ins Rollen durch den ersten Kommentar.
Jetzt kommentieren!