Das, was die klassischen Medien seit einigen Jahren (teilweise schmerzhaft) erfahren, müssten auch Institutionen und Parteien lernen, fordert Markus Beckedahl: “mit Offenheit zu leben”. Politiker und Parteien müssten entsprechende Angebote zur Partizipation schaffen, und zwar schleunigst. “Besser jetzt als 2009 im Wahlkampf.” (Monika Porrmann, live von der re:publica: hier)
Der Bürgercommunity-Gedanke ist in den Köpfen der Blogger verankert. Am Freitag hat Matthias Schwenk einen Beitrag über Stadtwikis und E-Partizipation verfasst. “Mehr Demokratie ist derzeit noch nicht zu erwarten, Stadtwikis entwickeln sich gemächlich und die Musik im Web 2.0 spielt überwiegend woanders.” Dem kann man nur zustimmen. Aber genau an dieser Stelle beginnt mein Ansatz, der öffentlichen Verwaltung bewusst zu machen, welche Chance das Web 2.0 für die kommunale Ebene bietet.
Die griechische Polis wurde als “Gemeinschaft von Bürgern” definiert (Plato, Aristoteles, vgl. WikiPolis). Genau dieses Gedankengut sollte die Kommunalverwaltung in der heutigen Zeit wieder entdecken. Über E-Partizipationsangebote kann ein Großteil der Bürger wieder an die Gemeinde gebunden werden. Vor allem die gesellschaftliche Partizipation bietet die Möglichkeit, dass sich eine breite Masse beteiligt. Bestes Beispiel ist das Stadtwiki Karlsruhe. In Karlsruhe vernimmt man Töne der politischen Frustration, das Stadtwiki aber brummt. Die Bürger wollen sich also beteiligen und tun dies auch. Weder an der Wahlbeteiligung, noch an der Anzahl der Bürger in Stadtratsitzungen kann man diese Entwicklung ablesen. Da sprechen die Zahlen des Stadtwikis.
Hugo E. Martin von der ReadersEdition spricht ein anderes Thema an: Bürgerjournalismus sei, “wenn Bürger an Inhalten beteiligt sind” (Monika Porrmann, “Der Empfänger als Sender“). Eine sehr weite Definition des Begriffes. Das ist jedoch durchaus gerechtfertigt, siehe Gemeinschaft von Bürgern.
2 responses bisher ↓
1 Udo // Apr 15, 2007 at 23:04
Ich habe letztens einen Beitrag über Schwarmintelligenz gesehen, da hatten die Roboter eine Barriekade, ein Hindernis, zu überwinden, um dann gemeinsam ins Licht zu gelangen…
Wer so klobalisierten apokalyptischen KlimaWandel ertragen muß, soll auch mal fernab des Datenhighways e-partizipieren - auch ohne Internetführerschein!
Der geweckte Partizipationstrieb braucht intelligente Systeme [labora!], die sinnstiftend des Netzbürgers e [Engergie] kanalisieren…Das Gemeinwohl/Nutzen der Allgemeinheit findet sich vielleicht in der Bürgercommunity eines StadtWikis wieder. LumenToPublico. 1999 haben Hamburger Bürger über die Nachhaltigkeit und den Mehrwert ihrer Texte filousofiert. Die Technologie hat sich weiterentwickelt und Internet ist heute mehr als die Möglichkeit zur Totalüberwachung.
Eigentlich sollte man denken, daß sich durch freie wikipedia Software die Ellenbogengesellschaft web 2.0- [r]evolutioniert, und beim “Share” in kollektive Intelligenz transformiert/transzendiert. Don`t Panic! Die Anwort ist “42″. Wie lautet die Frage?
Polis ist ja gut & schön, aber wer wirklich Wissen und Weisheit sucht, kommt sicher um éthnos [ethno] an den Wurzeln nicht herum [delphi / eleusys?]…Das Internet=senden&empfangen entwickelt sich meiner Meinung nach im Development zu einem relativ guten Backup, virtuellen eggsperiment und interaktiven Spiegelbild der Menschheit…
Ich denke, daß die 95. Cluetrain These “We are watching but not waiting” bedeutet, das die evolution der Netzraum Environments nicht auf den Schwanz wartet… Die Karawane zieht einfach weiter. Die Einladung zum StellDichEin/Rendevouz mit der e-Partizipation ist nun oft als Liebesbrief an die Demokratie formuliert worden…Ich finde TheTacker versteht, wie man electronisch der e-demokratie galant den Hof macht…
E-Partizipation, “der Empfänger als Sender” [bloggers ante portas] wird sicher an einigen Stellen als Tabubruch angesehen…und wirkt vermutlich an den Sittengesetzen genauso, wie die emanzipationsbewegung damals..
u
2 api.metasynapse.de » Internetzeitalter - Brot und Fisch auch für Bürgerjournalismus/Barfussjournalismus // Apr 17, 2007 at 10:21
[...] re-publica, Tag 3: Der Empfänger als Sender [über E-Government im Web 2.0 [...]
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